Wer eine Website kalkulieren will, googelt typischerweise „preisrechner webdesign“ oder „webdesign preise kalkulieren“. Was er findet: 90 Prozent Marketing-Rechner, die nach drei Klicks „Anfrage senden“ verlangen, 5 Prozent Pauschal-Angebote ohne Kontext, und 5 Prozent ehrliche Zahlen. Dieser Ratgeber gehört zur dritten Kategorie.
Ich rechne hier transparent durch, was 2026 realistisch ist, für jeden der fünf Kostenblöcke, mit konkreten Bandbreiten und ohne Marketing-Geschwurbel. Wenn Sie am Ende verstehen, warum eine Website 79 Euro im Monat kostet oder 2.490 Euro einmalig oder 14.990 Euro im Premium-Bereich, haben Sie die Basis für jede Anfrage bei jeder Agentur.
Aktuelle Marktspannen mit Quelle und Stand, die Abrechnungsarten und die Kosten nach Seitenzahl stehen im Ratgeber Webdesign Kosten: was eine Website kostet.
Block 1: Design und Entwicklung
Der größte Kostenblock. Bei einer Solo-Agentur im DACH-Raum mit aktuellem Stundensatz von rund 100 Euro pro Stunde rechnen Sie:
- One-Pager (statisch, mobil, mit Kontaktformular): 8 bis 15 Stunden = 800 bis 1.500 Euro einmalig
- 5-Seiten-Standard-Website (Home, Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum): 20 bis 30 Stunden = 2.490 bis 2.990 Euro einmalig
- 10-Seiten-Business-Website mit Geo-Pages und Schema: 35 bis 55 Stunden = 3.490 bis 5.490 Euro einmalig
- E-Commerce, Konfigurator oder Buchungssystem: 50 bis 120 Stunden = 4.990 bis 12.490 Euro
Im Mietmodell verteilt sich diese Investition auf 24 bis 36 Monate plus Hosting plus Wartung. Bei webAION startet das Mietmodell ab 79 Euro im Monat für den Standard-One-Pager. Die Stufen des Website-Abos stehen auf der Seite Website-Abo.
Block 2: Hosting und Technik
Hier die ehrlichen Zahlen, nicht die Marketing-Pauschalen:
- Shared-Hosting (Strato, IONOS, All-Inkl) für WordPress: 5 bis 15 Euro pro Monat
- Managed VPS (Plesk, Hetzner) für Custom-Code: 15 bis 40 Euro pro Monat
- Premium-CDN-Hosting (Cloudflare, Vercel) für High-Traffic: 30 bis 80 Euro pro Monat
Wenn Sie Hosting selbst übernehmen, sparen Sie 5 bis 40 Euro pro Monat, investieren aber 1 bis 3 Stunden pro Monat in Wartung, Updates und Sicherheit. Bei einem Stundensatz von 50 Euro netto sind das 50 bis 150 Euro Eigenleistung pro Monat. Mietmodelle mit Hosting inklusive sind bei dieser Rechnung meist günstiger.
Block 3: Inhalte
Der unterschätzte Kostenblock. Texte, Bilder und Videos für eine Website sind nicht „nebenher“ gemacht:
- 5 Standard-Seiten Texten (DSGVO-konform, SEO-optimiert): 8 bis 15 Stunden = 800 bis 1.500 Euro
- Foto-Shooting (Inhaber, Team, Räume): 600 bis 1.800 Euro pro Tag
- Logo und Corporate Design (von Null): 1.500 bis 4.000 Euro einmalig
- Bestand-Texte überarbeiten lassen: 300 bis 800 Euro pauschal
KI hilft hier, aber nicht zu Null-Kosten. Ein Claude- oder ChatGPT-generierter Text braucht 30 bis 60 Minuten Lektorat pro Page, plus eine Handvoll konkrete Fakten, die nur der Inhaber kennt. Reine KI-Texte ranken nicht.
Block 4: SEO
Dauert länger als die anderen Blöcke und kostet pro Monat statt einmalig:
- Local SEO (Google Business, NAP, Reviews): 149 bis 349 Euro pro Monat
- Regional SEO (10 bis 30 Geo-Pages, Long-Tail): 349 bis 699 Euro pro Monat
- National SEO mit Content-Marketing: 800 bis 2.500 Euro pro Monat
Die meisten Mittelständler überschätzen SEO als kurzfristigen Hebel. Ehrliche Wahrheit: 6 bis 12 Monate bis zu sichtbaren Klick-Effekten, dann monotones Wachstum.
Block 5: Wartung
Der versteckte Kostenblock. Bei WordPress:
- Plugin- und Core-Updates (manuell): 1 bis 3 Stunden pro Monat
- Sicherheit (Monitoring, Backups): 1 bis 2 Stunden pro Monat
- Bug-Fixing nach fehlgeschlagenen Updates: 2 bis 8 Stunden pro Quartal
Bei statischen Astro/Next.js-Sites: nahezu null Wartung, weil keine Datenbank und keine PHP-Ausführung am Server läuft. Das verschiebt den Kostenblock von „immer da“ auf „nur bei Content-Updates“.
Was bei Ihnen realistisch ist
Wenn Sie eine 5-Seiten-Standard-Website für ein KMU brauchen, ist der ehrliche Preis 2026: einmalig 2.490 bis 3.490 Euro plus 30 bis 80 Euro Hosting/Wartung pro Monat. Im Mietmodell: 79 bis 149 Euro pro Monat all-inclusive. Wer Ihnen weniger anbietet, baut auf Templates und spart bei Inhalten oder Wartung. Wer Ihnen mehr anbietet, hat entweder Premium-Anforderungen oder unnötigen Overhead.
Im Erstgespräch rechne ich mit Ihnen transparent durch, welcher der fünf Blöcke bei Ihnen wie schwer wiegt, und ob Mietmodell oder Kauf für Ihre Situation günstiger ist. Direkt mit mir als Builder.
Weiterlesen: Die Preisspannen im Überblick stehen in Was kostet eine Website 2026?, Kosten nach dem Launch in Versteckte Website-Kosten und die Rechnung Miete gegen Kauf im Break-Even-Rechner.
